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Nach dem Beitritt zur Europäischen
Union (EU):
Das Feuerwehrwesen in Polen
Die polnischen Feuerwehren sind auch für
grössere Schadensereignisse bestens gerüstet.
Die Feuerwehren sowie die Hilfs- und Rettungsdienste in den östlichen Staaten Europas haben aus unserer Sicht lange Zeit ein vielfach unbeachtetes Dasein gefristet. Politische und organisatorische Umstände haben persönliche und fachliche Kontakte in die westlichen Länder eher gering gehalten. Nicht nur im Hinblick auf die beantragten und geplanten Mitgliedschaften zahlreicher Oststaaten in der Europäischen Union (EU) bemüht man sich jetzt im Osten um die lange erwartete Öffnung, um fachlichen Austausch und um informelle Kontakte - die Feuerwehren und Rettungsdienste nicht nur in Polen werden zunehmend interessant!
Polen (Polska, Poland)
Fläche: 312.685 km2
Hauptstadt: Warschau/Warsaw
Einwohnerzahl: ca. 38,2 Millionen
Gemeinsame Grenze zu Deutschland:
250 km
Staatliches Brandschutz- und Rettungssystem
508 Berufsfeuerwehren mit rund
28.700 hauptamtlichen Feuerwehrangehörigen
3261 Freiwillige Feuerwehren
Besuchs- und Informationsreise
1:
Berufs- und Freiwillige Feuerwehren
in Polen (Straz Pozarna)
Im Jahre 1989 fand eine internationale
Veranstaltung des "Internationalen Feuerwehrverbandes" (Internationales
technisches Komitee für den vorbeugenden Brandschutz und das Feuerlöschwesen)
"Comité
Technique International de Prévention et d’Extinction du Feu" (CTIF)
in Warschau/Polen, statt. Damit bot sich eine der bis dahin seltenen
Gelegenheit, ein osteuropäisches Land und seine Feuerwehren
kennen zu lernen. In der Tat war es beeindruckend, neue und weitgehend
unbekannte Einsatzfahrzeuge und Einsatztechnik bestaunen zu können,
Feuerwehrangehörige beobachten zu können, die ihre Arbeit anders
und letztendlich doch ähnlich wie in Deutschland machten - und Menschen
zu treffen, die sich als ausgesprochen gastfreundlich erwiesen.
Für Journalisten war der Aufenthalt
nicht immer einfach. "Politisch" gesteuert wurde meist das vorgeführt,
was als modern und fortschrittlich galt. Geräte und Fahrzeuge, die
älter waren und sich optisch nicht mehr ganz so modern präsentierten,
blieben hinter verschlossenen Toren. Nur die gezielte "Flucht vor
den Aufpassern" ermöglichte dann doch Einblicke in die technische
Ausstattung der kleinen und kleinsten Feuerwehren im Umkreis der grossen
Metropole Warschau.
Die Zeiten haben sich längst
geändert, wie eine weitere Reise im Juni 2005 beweist - die vielen
positiven Erinnerungen aber bleiben.

Hoch über Warschau die Fahne des CTIF (Bild links).
Hohe Feuerwehr-Funktionäre, unter ihnen der damalige Präsident
des CTIF, Colonel Dollinger (4.v.r.).


Damals fortschrittliche und moderne Fahrzeugtechnik der polnischen
Feuerwehren:
Kleineinsatzfahrzeug vom Typ ZUK, ausgerüstet mit einer
Tragkraftspritze und Feuerlöschgerät (Bild links);
Polnische Feuerwehrangehörige im Übungseinsatz (mittleres
Bild);
Tanklöschfahrzeug polnischer Produktion auf STAR-Fahrgestell,
ausgerüstet mit einem 2500-Liter-Tank.
Besuchs- und Informationsreise
2:
Berufs- und Freiwillige Feuerwehren
in Polen
Eine weitere kurze Informationsreise
nach Polen im Juni 2005 und damit mehr als 15 Jahre nach der CTIF-Veranstaltung
in 1989 liess Erinnerungen wieder lebendig werden. Es konnte diesmal auf
Grund des allzu kurzen Aufenthaltes nur ein oberflächiger Eindruck
entstehen - dieser Eindruck aber war durchweg positiv! Im
Vergleich zum damaligen "politisch" gesteuerten Besuch im Grossraum Warschau
war jetzt die Offenheit in fachlichen Fragen und die uneingeschränkte
Bereitschaft zur fachlichen Unterstützung deutlich zu spüren.
Beeindruckend - damals wie heute - die Gastfreundschaft der polnischen
Feuerwehren. Und deutlich sichtbar letztendlich der offensichtliche
gewaltige technische Aufschwung in Bezug auf Einrichtungen,
persönlicher Ausstattung und Einsatzfahrzeuge.
Hatte man damals in Warschau noch
die technische "Zukunft" als Gegenwart präsentieren wollen (und die
wirkliche Gegenwart lieber versteckt gehalten!), so präsentiert sich
heute die Gegenwart und die Zukunft von ihrer besten Seite
und wird sich allem Anschein nach auch bestens weiterentwickeln.
Nachdem schon jetzt Planungen für weitere Besuche polnischer Feuerwehren und Schulungseinrichtungen vorliegen, konnte beim diesjährigen Besuch die Fahrzeugtechnik der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren Vorrang haben. Nachstehend ein nur kleiner Einblick in die modernen Fahrzeugparks.


Die Kommadantur der Berufsfeuerwehr in Opole/Oppeln (Bild links).
Hier sind die Leitstelle für die Region (Wojewodschaft), die Feuerwache
2 sowie ein regionales Trainings- und Ausbildungszentrum untergebracht
(bilder rechts).



Beeindruckende Fahrzeugtechnik: Schweres Bergungsfahrzeug auf
Renault-Midlum-Fahrgestell mit Wawrzaszek-Aufbau (Bild 1), 40-Tonnen-Bergungskran
(Bumar Labedy) der Hauptfeuerwache (Bild 2), modernes Tanklöschfahrzeug
ebenfalls auf Renault mit Wawrzaszek-Aufbau (Bild 3) sowie ein modernes
Stadt-Löschfahrzeug auf Renault mit einem Aufbau des polnischen Herstellers
Szczesniak (Bild 4).
Die Freiwilligen Feuerwehren in Polen verfügen im Wesentlichen über Tanklösch- und Gerätefahrzeuge. Rüst-, Rettungs- und Bergungsfahrzeuge sind in der Regel den Berufsfeuerwehren vorbehalten. Eine Besonderheit insofern die Freiwillige Feuerwehr Opole-Grudzice, die nicht nur mit einem modernen neuen Gerätehaus und zwei Tanklöschfahrzeugen ausgestattet ist, sondern auch mit einem Vorausrüstwagen für die Technische Hilfeleistung.

Typisches Star-Tanklöschfahrzeug, wie es häufig bei
Freiwilligen Feuerwehren in Polen eingesetzt wird (Bild links; FF Opole-Grudzice).
Für das Vorausrüstfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Grudzice
(sowie generell) gibt es keine Farbvorschriften: ein roter Streifen, die
Beschriftung "STRAZ" (Feuerwehr) sowie ein Blaulicht reichen zur Kenntlichmachung
eines Feuerwehrfahrzeuges aus.
Fachbeiträge zum Thema
"Feuerwehrwesen in Polen" (Autor: Wolfgang Jendsch)
im inhaltlichen Zusammenhang
mit der neuen Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU):
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