Waldbrandbekämpfung

FirePublications/Feuerwehrpresse Wolfgang Jendsch
Brandschutz/Rettungsdienst
 

Waldbrandbekämpfung und Flächenbrandbekämpfung in Europa
Informationen und Bilder
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Waldbrand 2
Waldbrandlöschfahrzeuge und Hubschrauber
in Europa

Archiv 4
Fachveröffentlichungen zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung

Bildarchiv 1-3
"Wildland Firefighting" in den USA: Erinnerungen, Löschfahrzeuge, Airtanker, u.a.



 

Blaulicht
"Wald brennt!" - Einsatz in Europa
Unterschiedliche Methoden, unterschiedliche Technik, unterschiedliche Taktik

Auch wenn riesige Waldbrände, eine adäquate Fahrzeug- und Löschtechnik sowie die enorme taktische Erfahrung der amerikanischen "Wildland Firefighter" eine vorrangige Beachtung der jährlichen Geschehnisse in den USA nahe legen, so wäre es falsch, das Thema "Wald- und Flächenbrandbekämpfung" allein auf die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zu beziehen (Link siehe oben). Auch europäischen Regionen haben im Laufe eines jeden Frühjahres, des Sommers und des Herbstes jeweils mehr oder weniger intensiv mit der Bekämpfung von Vegetationsbränden (u.a. Waldbrände, Grasbrände, Heidebrände, Wildvegetations-Brände) zu tun. Besondere Gefahrenpotentiale zeigen sich jährlich regelmässig in den südeuropäischen Staaten am Atlantik sowie rund um das Mittelmeer, darüber hinaus beispielsweise aber auch in Österreich, der Schweiz oder in bestimmten brandgefährdeten Regionen Nord-, Ost- und Süddeutschlands.
Die nachstehenden Darstellungen wollen weder Lehrbuch-Inhalte präsentieren noch detailliert auf die einzelnen Fach- und Themenbereiche eingehen, sondern Auszüge aus der Wald- und Flächenbrandbekämpfung auf fachlicher Grundlage auch für Laien und/oder nichttangierte Angehörige von Feuerwehren leicht verständlich vermitteln.


Brandschutz-Prävention in den waldbrandgefährdeten Regionen Europas kann sehr unterschiedlich sein. Er reicht nicht selten vom Aufstellen von Warn- und Informationsschildern (Bilder ganz oben) über das Anlegen von Löschwasservorräten (Lüneburger Heide/Deutschland, Bild links) und die Besetzung von Feuerwachtürmen (Brandenburg/Deutschland, mittleres Bild) bis hin zur Aufstellung von Kontrollposten während der Brandsaison (ICONA-Waldbrandfeuerwehr, Gomera/Spanien, Bild rechts) sowie zur Einrichtung ständig besetzter Waldbrand-Feuerwachen (Karpathos/Griechenland, Bild ganz rechts).

Diese Seite zeigt Bildmaterial aus unseren Archiven, das die unterschiedliche Technik und Taktik der europäischen Wald- und Flächenbrandbekämpfung im Vergleich zu den Methoden in den USA (Link siehe oben) an einigen Beispielen verdeutlicht. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich der Fachjournalist und Autor Wolfgang Jendsch (Info) schwerpunktmässig mit der Wald- und Flächenbrandbekämpfung in Deutschland, in den europäischen Staaten sowie in den Weststaaten der USA. Die detaillierte Beschäftigung mit den Entstehungsbedingungen von Vegetationsbränden, mit der speziellen Fahrzeug- und Gerätetechnik sowie mit den unterschiedlichen taktischen Methoden bei internationalen Wald- und Flächenbrandeinsätzen machen die über die Grenzen anerkannte Kompetenz von Wolfgang Jendsch im Bereich dieser Thematik aus. Die Ergebnisse unzähliger Recherchen, Einsätze und Informationen führten letztlich zu zahlreichen Fachveröffentlichungen (Link siehe oben) in internationalen Büchern und Fachmagazinen.


Vegetationsbrände können sehr unterschiedlich sein und machen im Einzelfall eine entsprechende Taktik im Löscheinsatz erforderlich.
Das Bild links zeigt ein Bodenfeuer in trockenem Gras und im unwegsamen Bodenvegetationsbereich, wie es auf Grund anhaltender Trockenheit und Wildvegetation nicht selten in den südeuropäischen Staaten zum Ausbruch kommt -, das mittlere Bild einen Schilfbrand im unmittelbaren Uferbereich von offenen Gewässern und Seen, das Bild rechts ein Bodenfeuer in trockenem Gras, das auf Busch- und Waldbereiche überzugreifen droht.


Auch der "typische" Waldbrand kann schon von der Optik her sehr unterschiedlich sein. Das Bild links zeigt ein Bodenfeuer (trockenes Gras, Unterholz) im Bereich eines Hochwaldes. Ein "Waldbrand" im eigentlichen Sinne ist hier auf Grund der Umweltbedingungen (Grünvegetation, Luftfeuchtigkeit) nicht zu erwarten, das Feuer wird sich auf den Bodenbereich beschränken.
Das mittlere Bild zeigt den "typischen Wandbrand", bei dem das Feuer sehr intensiv sowohl im Bodenbereich, im Bereich der niedrigen Vegetation (Busch, Jungwald) sowie im Hochwaldbereich aktiv ist. Eine gefährliche Verschärfung des Hochwaldbrandes ist durch den Übergriff der Flammen in den Gipfelbereich (Gipfelfeuer, Kronenfeuer, Vollbrand) gegeben (Bilder rechts).


Bild links: Brandeinsatz nach Waldarbeiten auf einem Lagerplatz für trockenes Ast- und Buschwerk in Schweden. Ein Waldbrandlöschfahrzeug der schwedischen Feuerwehr befindet sich auf der Anfahrt zur Einsatzstelle. Brände dieser oder ähnlicher Art gelten als Sonderform im Bereich der allgemeinen Vegetationsbrände (Flächenbrände) und wurde nicht selten fahrlässig oder im Rahmen einer Brandstiftung verursacht.
Das Bild rechts zeigt in Brand geratene Strohballen auf einem Stoppelfeld.
 

Blaulicht
Einsätze bei Vegetationsbränden
So unterschiedlich wie die einzelnen Arten der Wald- und Flächenbrände (Vegetationsbrände) sind, so unterschiedlich sind auch die Einsatz- und Löschmassnahmen. Das gilt innerhalb Deutschlands genauso wie in den anderen europäischen Staaten.
Im Gegensatz zu umfangreicher und spezieller Fahrzeug- und Gerätetechnik (Bodentechnik, Luftunterstützung) sowie hochqualifizierter und standardisierter Einsatztaktik (ICS) in den USA gibt es in Europa ein solches festgeschriebenes und koordiniertes Vorgehen bei der Wald- und Flächenbrandbekämpfung eher selten. Ausnahmen bilden hier ansatzweise - bei unterschiedlicher Technik und Taktik - vor allem die "Mittelmeerstaaten". So beschränkt sich beispielsweise das internationale Angebot an speziellen Waldbrand-Löschfahrzeugen auf wenige Typen und Ausführungen, darunter zum Teil modifizierte Löschfahrzeuge aus den allgemeinen Brandschutzprogrammen der Hersteller. Luftunterstützung zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung steht nur regional und auf den Einsatz von Hubschraubern mit Löschwasserbehältern bezogen zur Verfügung. Ausnahmen bilden hier wiederum im Wesentlichen die "Mittelmeerstaaten" Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und Kroatien. Dort stehen während der jährlichen Waldbrandsaison neben den Löschhubschraubern auch Löschflugzeuge (u.a. vom Typ "Canadair") zur Luftunterstützung zur Verfügung.
In den wenigsten Fällen kommen taktisch orientierte und spezialisierte Löscheinheiten (in den USA zum Beispiel: Hand Crews, Helitack-Crews, Hotshot-Crews, Smokejumper) zum Einsatz. Die in vielen Fällen fragwürdige Taktik, Feuer mit Tanklöschfahrzeugen (TLF) und damit mit grossen Mengen von Löschwasser zu bekämpfen, überwiegt in Europa leider.


Einsatz beim einem Schilfbrand im Naturschutzgebiet "Mettnau" am Bodensee (Bilder oben). Meterhoch schlagende Flammen, böige Winde und eine problematische Löschwasserversorgung machten die Bekämpfung des Feuers ausgesprochen schwer. So musste das Vorgehen hauptsächlich auf den Einsatz von "Feuerpatschen" beschränkt werden.
Das Bild rechts zeigt eine der zerstörten Schutzbekleidungen nach Flammen- und Hitzeeinwirkung. Die Kleidung hatte ihre Schutzwirkung jedoch erfüllt, kein betroffener Feuerwehrangehöriger erlitt nennenswerte Verletzungen.

Der Grosse Schilfbrand
Einsatzbericht
Einen ersten Hinweis auf einen grösseren Wald- und Flächenbrand am 11. März 1996 erhielt die Integrierte Leitstelle Konstanz in Radolfzell von einer Funkstreife des Zolls. "Pfänder 530" meldete um 23.38 Uhr ein "grosses Feuer im Bereich der Mettnau" (Halbinsel mit Naturschutzgebiet im Bodensee bei Radolfzell). Weitere Notrufe, zum Teil aus der benachbarten Schweiz, gingen kurz darauf über Telefon bei der Leitstelle ein. Um 23.39 Uhr alarmierte die Leitstelle Konstanz die zuständige Stützpunktfeuerwehr Radolfzell mit dem Einsatzstichwort "Grösserer Schilfbrand!". Bereits auf der Anfahrt konnten die Einsatzkräfte einen riesigen Feuerschein über dem Naturschutzgebiet wahrnehmen.
Die Einsatzfahrzeuge (KdoF, ELW, MTW, TLF 16, LF 16, DokuF) konnten auf Grund der örtlichen Gegebenheiten lediglich bis zum Parkplatz des auf der Mettnau befindlichen Kurzentrums anfahren. Von dort aus mussten die rund 35 Einsatzkräfte sämtliches Gerät und Material über einen schmalen Waldpfad in Richtung Mettnau-Spitze transportieren. Der Aufbau einer Löschwasserversorgung war nicht möglich, da zunächst der Umfang des Grossfeuers im unübersichtlichen Schilfgebiet festgestellt werden musste. So wurde in stockdunkler Nacht sowie bei böigem Wind und Temperaturen nahe der Null-Grad-Marke zunächst die Bekämpfung der rund 400-500 Meter breiten Feuerfront mit "Feuerpatschen" aufgenommen - für die Einsatzkräfte in übermannshohem Schilf Schwerstarbeit! Die in Baden-Württemberg stationierten Hubschrauber-Löschwasserbehälter waren nicht einsetzbar, da auf Grund der Entfernung und der Verfügbarkeit in absehbarer Zeit nicht mit dem Einsatz eines Bundeswehr-Hubschraubers gerechnet werden konnte.
Den Einsatzkräften gelang es innerhalb von rund zwei Stunden, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Auf Grund der enormen Strahlungshitze und nach Kontakten einzelner Feuerwehrangehöriger mit Flammen wurde mehrere Schutzbekleidungen (Überjacken, Hosen, Stiefel) in Mitleidenschaft gezogen, ohne dass deren Träger nennenswert verletzt wurden.
Radolfzell, 12.03.1996


Dass die Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden auch sehr viel schlimmere Folgen haben kann, zeigt dieses während der Wald- und Heidebrände 1975 im Landkreis Celle aufgenommene Bild eines von einer Flammenwand überrollten Löschfahrzeuges. Dabei verloren am 10. August 1975 sechs Feuerwehrangehörige in der Nähe von Meinersen/Niedersachsen ihr Leben.
Historisches Bild: Archiv Jendsch
 

Blaulicht
Brandarten und Einsatztaktik bei Vegetationsbränden im Bild
Mögliche Vorgehensweisen der Feuerwehren in Europa


Massnahmen zur Bekämpfung von Flächenbränden: Während sich in einzelnen Fällen die Natur durchaus selbst hilft (Bild links: Natürliche Brandschneise durch Grünvegetation), kommen in der Regel die "Feuerpatschen" (mittleres Bild) oder der Hochdruck-Schnellangriff eines Tanklöschfahrzeuges (Bild rechts) zum Einsatz.


Bild links: Bekämpfung eines Bodenfeuers in trockener Gras- und Buschvegetation mittels Strahlrohr (Kanarische Inseln/Spanien);
Das mittlere Bild zeigt eine österreichische Feuerwehr beim Einsatz von zwei Rohren eines Tanklöschfahrzeuges zur Brandbekämpfung im Bereich eines Waldgebietes;
Bild rechts: Eine Waldbrand-Einheit der Schweizer Feuerwehr Disentis-Muster mit Gerätewagen rüstet sich aus zum Wald- und Flächenbrandeinsatz in steilem Gelände.


Zur schnellen und effektiven Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden setzen zahlreiche Feuerwehren in Europa spezielle Waldbrand-Löschfahrzeuge ein (siehe Seite "Waldbrand 2", Link oben). Sie führen in der Regel ab circa 2000 Liter Löschwasser mit. Mit ihren Gelände-Fahrgestellen sind diese Fahrzeuge in der Lage, auch unwegsames und steiles Gelände abseits befestigter Strassen und Wege zu befahren. Das Bild links zeigt ein Tanklöschfahrzeug der spanischen ICONA-Waldbrandfeuerwehr während eines Einsatzes im "Parque Nacional Garajonay" auf der Insel Gomera.
Im mittleren Bild ein ungarisches "Abgas-Löschfahrzeug" mit heckseitig aufgebauter Flugzeugturbine. Dieses sehr spezielle Hochdruck-Löschsystem kommt vor allen in osteuropäischen Staaten in der Waldbrandbekämpfung zur Anwendung. Das Bild rechts zeigt die Turbine des "Abgas-Löschfahrzeuges" der Werkfeuerwehr "Lausitzer Braunkohle AG" (LAUBAG/Schwarze Pumpe).


Das Bild links zeigt einen deutschen Feuerwehrangehörigen bei der Brandwache am Rohr auf einem Waldbrandlöschfahrzeug (Unimog);
Ein Tanklöschfahrzeug einer Freiwilligen Feuerwehr in der Tschechischen Republik (Bild Mitte) im Einsatz bei einem Flächenbrand
sowie ein modernes Waldbrand-Löschfahrzeug (TLF 2700/300 CAFS) auf Mercedes-Benz-Unimog 500 (Rosenbauer) beim Einsatz in Kroatien (Bild rechts).
 
 


Zur ergänzenden Information einige kritische Kommentare von Wolfgang Jendsch zum Thema "Wald- und Flächenbrandbekämpfung":
Amerika brennt! - Zur Berichterstattung der Medien über die Waldbrandsaison in den USA
Hobby-Löscher! - Private Aktivitäten von Feuerwehrangehörigen in Sachen "Waldbrände löschen"
 


Weitere Informationen auf Anfrage
FirePublications/Feuerwehrpresse Wolfgang Jendsch - Brandschutz und Rettungsdienst
Wolfgang Jendsch, Fachredakteur/Autor
Mitglied "International Association of Wildland Fire" (IAWF), South Dakota/USA
Mitglied "International Organization of Fire Photography" (IOFP), Kalifornien/USA
Mitglied "California Fire Photographers Association" (CFPA), Kalifornien/USA
Buchhof 1 - D-78315 Radolfzell/Bodensee
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