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Waldbrandbekämpfung und
Flächenbrandbekämpfung in Europa
Informationen und Bilder
Seite 1
"Wald brennt!" - Einsatz in
Europa
Unterschiedliche Methoden, unterschiedliche
Technik, unterschiedliche Taktik

Auch wenn riesige Waldbrände, eine adäquate
Fahrzeug- und Löschtechnik sowie die enorme taktische Erfahrung der
amerikanischen "Wildland Firefighter" eine vorrangige Beachtung der jährlichen
Geschehnisse in den USA nahe legen, so wäre es falsch, das Thema "Wald-
und Flächenbrandbekämpfung" allein auf die Vereinigten
Staaten von Amerika (USA) zu beziehen (Link
siehe oben). Auch europäischen Regionen haben
im Laufe eines jeden Frühjahres, des Sommers und des Herbstes jeweils
mehr oder weniger intensiv mit der Bekämpfung von Vegetationsbränden
(u.a. Waldbrände, Grasbrände, Heidebrände, Wildvegetations-Brände)
zu tun. Besondere Gefahrenpotentiale zeigen sich jährlich regelmässig
in den südeuropäischen Staaten am Atlantik sowie rund um das
Mittelmeer, darüber hinaus beispielsweise aber auch in Österreich,
der Schweiz oder in bestimmten brandgefährdeten Regionen Nord-, Ost-
und Süddeutschlands.
Die nachstehenden Darstellungen wollen weder Lehrbuch-Inhalte
präsentieren noch detailliert auf die einzelnen Fach- und Themenbereiche
eingehen, sondern Auszüge aus der Wald- und Flächenbrandbekämpfung
auf fachlicher Grundlage auch für Laien und/oder nichttangierte Angehörige
von Feuerwehren leicht verständlich vermitteln.



Brandschutz-Prävention in den waldbrandgefährdeten
Regionen Europas kann sehr unterschiedlich sein. Er reicht nicht selten
vom Aufstellen von Warn- und Informationsschildern (Bilder
ganz oben) über das Anlegen von Löschwasservorräten
(Lüneburger Heide/Deutschland, Bild links)
und die Besetzung von Feuerwachtürmen (Brandenburg/Deutschland, mittleres
Bild) bis hin zur Aufstellung von Kontrollposten während der
Brandsaison (ICONA-Waldbrandfeuerwehr, Gomera/Spanien, Bild
rechts) sowie zur Einrichtung ständig
besetzter Waldbrand-Feuerwachen (Karpathos/Griechenland, Bild
ganz rechts).
Diese Seite zeigt Bildmaterial aus unseren Archiven, das die unterschiedliche Technik und Taktik der europäischen Wald- und Flächenbrandbekämpfung im Vergleich zu den Methoden in den USA (Link siehe oben) an einigen Beispielen verdeutlicht. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich der Fachjournalist und Autor Wolfgang Jendsch (Info) schwerpunktmässig mit der Wald- und Flächenbrandbekämpfung in Deutschland, in den europäischen Staaten sowie in den Weststaaten der USA. Die detaillierte Beschäftigung mit den Entstehungsbedingungen von Vegetationsbränden, mit der speziellen Fahrzeug- und Gerätetechnik sowie mit den unterschiedlichen taktischen Methoden bei internationalen Wald- und Flächenbrandeinsätzen machen die über die Grenzen anerkannte Kompetenz von Wolfgang Jendsch im Bereich dieser Thematik aus. Die Ergebnisse unzähliger Recherchen, Einsätze und Informationen führten letztlich zu zahlreichen Fachveröffentlichungen (Link siehe oben) in internationalen Büchern und Fachmagazinen.


Vegetationsbrände können sehr unterschiedlich sein
und machen im Einzelfall eine entsprechende Taktik im Löscheinsatz
erforderlich.
Das Bild links zeigt ein Bodenfeuer
in trockenem Gras und im unwegsamen Bodenvegetationsbereich, wie es auf
Grund anhaltender Trockenheit und Wildvegetation nicht selten in den südeuropäischen
Staaten zum Ausbruch kommt -, das mittlere Bild
einen Schilfbrand im unmittelbaren Uferbereich von offenen Gewässern
und Seen, das Bild rechts ein Bodenfeuer in
trockenem Gras, das auf Busch- und Waldbereiche überzugreifen droht.



Auch der "typische" Waldbrand kann schon von der Optik her sehr
unterschiedlich sein. Das Bild links zeigt
ein Bodenfeuer (trockenes Gras, Unterholz) im Bereich eines Hochwaldes.
Ein "Waldbrand" im eigentlichen Sinne ist hier auf Grund der Umweltbedingungen
(Grünvegetation, Luftfeuchtigkeit) nicht zu erwarten, das Feuer wird
sich auf den Bodenbereich beschränken.
Das mittlere Bild zeigt den "typischen
Wandbrand", bei dem das Feuer sehr intensiv sowohl im Bodenbereich, im
Bereich der niedrigen Vegetation (Busch, Jungwald) sowie im Hochwaldbereich
aktiv ist. Eine gefährliche Verschärfung des Hochwaldbrandes
ist durch den Übergriff der Flammen in den Gipfelbereich (Gipfelfeuer,
Kronenfeuer, Vollbrand) gegeben (Bilder rechts).

Bild links: Brandeinsatz nach Waldarbeiten
auf einem Lagerplatz für trockenes Ast- und Buschwerk in Schweden.
Ein Waldbrandlöschfahrzeug der schwedischen Feuerwehr befindet sich
auf der Anfahrt zur Einsatzstelle. Brände dieser oder ähnlicher
Art gelten als Sonderform im Bereich der allgemeinen Vegetationsbrände
(Flächenbrände) und wurde nicht selten fahrlässig oder im
Rahmen einer Brandstiftung verursacht.
Das Bild rechts zeigt in Brand geratene
Strohballen auf einem Stoppelfeld.
Einsätze bei Vegetationsbränden
So unterschiedlich wie die einzelnen
Arten der Wald- und Flächenbrände (Vegetationsbrände) sind,
so unterschiedlich sind auch die Einsatz- und Löschmassnahmen.
Das gilt innerhalb Deutschlands genauso wie in den anderen europäischen
Staaten.
Im Gegensatz zu umfangreicher und
spezieller Fahrzeug- und Gerätetechnik (Bodentechnik, Luftunterstützung)
sowie hochqualifizierter und standardisierter Einsatztaktik (ICS) in den
USA gibt es in Europa ein solches festgeschriebenes und koordiniertes Vorgehen
bei der Wald- und Flächenbrandbekämpfung eher selten. Ausnahmen
bilden hier ansatzweise - bei unterschiedlicher Technik und Taktik - vor
allem die "Mittelmeerstaaten". So beschränkt sich beispielsweise das
internationale
Angebot an speziellen Waldbrand-Löschfahrzeugen
auf wenige Typen und Ausführungen, darunter zum Teil modifizierte
Löschfahrzeuge aus den allgemeinen Brandschutzprogrammen der Hersteller.
Luftunterstützung
zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung steht nur regional
und auf den Einsatz von Hubschraubern mit Löschwasserbehältern
bezogen zur Verfügung. Ausnahmen bilden hier wiederum im Wesentlichen
die "Mittelmeerstaaten" Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und
Kroatien. Dort stehen während der jährlichen Waldbrandsaison
neben den Löschhubschraubern auch Löschflugzeuge (u.a.
vom Typ "Canadair") zur Luftunterstützung zur Verfügung.
In den wenigsten Fällen kommen
taktisch
orientierte und spezialisierte Löscheinheiten (in den USA
zum Beispiel: Hand Crews, Helitack-Crews, Hotshot-Crews, Smokejumper) zum
Einsatz. Die in vielen Fällen fragwürdige Taktik,
Feuer mit Tanklöschfahrzeugen (TLF) und damit mit grossen Mengen von
Löschwasser zu bekämpfen, überwiegt in Europa leider.


Einsatz beim einem Schilfbrand im Naturschutzgebiet "Mettnau"
am Bodensee (Bilder oben). Meterhoch schlagende
Flammen, böige Winde und eine problematische Löschwasserversorgung
machten die Bekämpfung des Feuers ausgesprochen schwer. So musste
das Vorgehen hauptsächlich auf den Einsatz von "Feuerpatschen" beschränkt
werden.
Das Bild rechts zeigt eine der zerstörten
Schutzbekleidungen nach Flammen- und Hitzeeinwirkung. Die Kleidung hatte
ihre Schutzwirkung jedoch erfüllt, kein betroffener Feuerwehrangehöriger
erlitt nennenswerte Verletzungen.
Der Grosse Schilfbrand
Einsatzbericht
Einen ersten Hinweis auf einen grösseren Wald-
und Flächenbrand am 11. März 1996 erhielt die Integrierte
Leitstelle Konstanz in Radolfzell von einer Funkstreife des Zolls. "Pfänder
530" meldete um 23.38 Uhr ein "grosses Feuer im Bereich der Mettnau" (Halbinsel
mit Naturschutzgebiet im Bodensee bei Radolfzell). Weitere Notrufe, zum
Teil aus der benachbarten Schweiz, gingen kurz darauf über Telefon
bei der Leitstelle ein. Um 23.39 Uhr alarmierte die Leitstelle
Konstanz die zuständige Stützpunktfeuerwehr Radolfzell
mit dem Einsatzstichwort "Grösserer Schilfbrand!". Bereits auf der
Anfahrt konnten die Einsatzkräfte einen riesigen Feuerschein über
dem Naturschutzgebiet wahrnehmen.
Die Einsatzfahrzeuge (KdoF, ELW, MTW, TLF 16, LF
16, DokuF) konnten auf Grund der örtlichen Gegebenheiten lediglich
bis zum Parkplatz des auf der Mettnau befindlichen Kurzentrums anfahren.
Von dort aus mussten die rund 35 Einsatzkräfte sämtliches
Gerät und Material über einen schmalen Waldpfad in Richtung Mettnau-Spitze
transportieren. Der Aufbau einer Löschwasserversorgung war nicht
möglich, da zunächst der Umfang des Grossfeuers im unübersichtlichen
Schilfgebiet festgestellt werden musste. So wurde in stockdunkler Nacht
sowie bei böigem Wind und Temperaturen nahe der
Null-Grad-Marke zunächst die Bekämpfung der rund 400-500
Meter breiten Feuerfront mit "Feuerpatschen" aufgenommen - für
die Einsatzkräfte in übermannshohem Schilf Schwerstarbeit! Die
in Baden-Württemberg stationierten Hubschrauber-Löschwasserbehälter
waren nicht einsetzbar, da auf Grund der Entfernung und der Verfügbarkeit
in absehbarer Zeit nicht mit dem Einsatz eines Bundeswehr-Hubschraubers
gerechnet werden konnte.
Den Einsatzkräften gelang es innerhalb von
rund zwei Stunden, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Auf Grund
der enormen Strahlungshitze und nach Kontakten einzelner Feuerwehrangehöriger
mit Flammen wurde mehrere Schutzbekleidungen (Überjacken, Hosen, Stiefel)
in Mitleidenschaft gezogen, ohne dass deren Träger nennenswert verletzt
wurden.
Radolfzell, 12.03.1996
Dass die Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden
auch sehr viel schlimmere Folgen haben kann, zeigt dieses während
der Wald- und Heidebrände 1975 im Landkreis Celle aufgenommene Bild
eines von einer Flammenwand überrollten Löschfahrzeuges. Dabei
verloren am 10. August 1975 sechs Feuerwehrangehörige in der Nähe
von Meinersen/Niedersachsen ihr Leben.
Historisches Bild: Archiv Jendsch
Brandarten und Einsatztaktik
bei Vegetationsbränden im Bild
Mögliche Vorgehensweisen
der Feuerwehren in Europa


Massnahmen zur Bekämpfung von Flächenbränden:
Während sich in einzelnen Fällen die Natur durchaus selbst hilft
(Bild
links: Natürliche Brandschneise durch Grünvegetation),
kommen in der Regel die "Feuerpatschen" (mittleres
Bild) oder der Hochdruck-Schnellangriff eines Tanklöschfahrzeuges
(Bild
rechts) zum Einsatz.


Bild links: Bekämpfung eines
Bodenfeuers in trockener Gras- und Buschvegetation mittels Strahlrohr (Kanarische
Inseln/Spanien);
Das mittlere Bild zeigt eine österreichische
Feuerwehr beim Einsatz von zwei Rohren eines Tanklöschfahrzeuges zur
Brandbekämpfung im Bereich eines Waldgebietes;
Bild rechts: Eine Waldbrand-Einheit
der Schweizer Feuerwehr Disentis-Muster mit Gerätewagen rüstet
sich aus zum Wald- und Flächenbrandeinsatz in steilem Gelände.


Zur schnellen und effektiven Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden
setzen zahlreiche Feuerwehren in Europa spezielle Waldbrand-Löschfahrzeuge
ein (siehe Seite "Waldbrand 2", Link oben).
Sie führen in der Regel ab circa 2000 Liter Löschwasser mit.
Mit ihren Gelände-Fahrgestellen sind diese Fahrzeuge in der Lage,
auch unwegsames und steiles Gelände abseits befestigter Strassen und
Wege zu befahren. Das Bild links zeigt ein
Tanklöschfahrzeug der spanischen ICONA-Waldbrandfeuerwehr während
eines Einsatzes im "Parque Nacional Garajonay" auf der Insel Gomera.
Im mittleren Bild ein ungarisches
"Abgas-Löschfahrzeug" mit heckseitig aufgebauter Flugzeugturbine.
Dieses sehr spezielle Hochdruck-Löschsystem kommt vor allen in osteuropäischen
Staaten in der Waldbrandbekämpfung zur Anwendung. Das Bild
rechts zeigt die Turbine des "Abgas-Löschfahrzeuges" der Werkfeuerwehr
"Lausitzer Braunkohle AG" (LAUBAG/Schwarze Pumpe).


Das Bild links zeigt einen deutschen
Feuerwehrangehörigen bei der Brandwache am Rohr auf einem Waldbrandlöschfahrzeug
(Unimog);
Ein Tanklöschfahrzeug einer Freiwilligen Feuerwehr in der
Tschechischen Republik (Bild Mitte) im Einsatz
bei einem Flächenbrand
sowie ein modernes Waldbrand-Löschfahrzeug (TLF 2700/300
CAFS) auf Mercedes-Benz-Unimog 500 (Rosenbauer) beim Einsatz in Kroatien
(Bild
rechts).
Zur ergänzenden Information einige kritische Kommentare
von Wolfgang Jendsch zum Thema "Wald- und Flächenbrandbekämpfung":
Amerika
brennt! - Zur Berichterstattung der Medien über
die Waldbrandsaison in den USA
Hobby-Löscher!
-
Private Aktivitäten von Feuerwehrangehörigen in Sachen "Waldbrände
löschen"
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