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Waldbrandbekämpfung und
Flächenbrandbekämpfung in Europa
Informationen und Bilder
Seite 2
Waldbrandlöschfahrzeuge
und Hubschrauber
Die technische Ausrüstung
zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung in Europa
Bereits auf der Seite
1 zum Themenschwerpunkt "Waldbrand"
wurden einige Ausführungen hinsichtlich der bei den europäischen
Feuerwehren vorhandenen Löschtechnik für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung
gemacht. Demnach steht in Europa eine mit den USA vergleichbare Normierung
und Vielfalt von Einsatzfahrzeugen, Spezialgerät und persönlicher
Ausstattung nicht zur Verfügung, wenngleich die nachstehende Bildauswahl
eine nicht geringe und sehr wohl interessante Vielfalt von Löschfahrzeugen
zeigt. Gezeigt werden allerdings ausschliesslich Löschfahrzeuge, die
im Wesentlichen und vorrangig für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung
eingesetzt werden -, nicht jedoch reguläre Löschfahrzeuge, die
in diesem Bereich auch eingesetzt werden könnten!
Ganz bewusst und zum besseren Verständnis haben
wir diese Bildmotive unterteilt in die Bereiche:
Hauptsächlich Wasser!
Ältere Waldbrandlöschfahrzeuge
in Deutschland
Bei den grossen Waldbränden früherer Zeiten
in Nord- und Ostdeutschland war der Löschwassermangel
beziehungsweise die Löschwasserförderung über meist
sehr lange Strecken das wohl grösste taktische Problem.
In der Regel standen damals nur wenige reguläre Tanklöschfahrzeuge
der Feuerwehren zur Verfügung. Bei entsprechend grossen Einsätzen
- insbesonders bei den Wald- und Heidebränden in Niedersachsen 1975
- wurden nicht selten Grosstanklöschfahrzeuge weit entfernt liegender
Berufsfeuerwehren, der Bundeswehr oder gar Wasserwerfer
der Polizei zur Unterstützung angefordert.
Durch technische Beschaffungs- und Förderprogramme
verschiedener Bundesländer nach den grossen Wald- und Heidebränden
wurde die Anzahl der wasserfördernden Löschfahrzeuge ab 1976
durch
speziell konzipierte Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge
deutlich erhöht.
Literaturhinweis
Wolfgang Jendsch: "25 Years after
the Wildfire Disaster" - Rückblick auf die Wald- und Heidebrände
in Niedersachsen im August 1975 ("Wildfire Magazine", USA, Ausgabe Februar/März
2000, Seiten 19 und 28).


Die Bilder oben zeigen Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge
(TLF 16-T), die in den 70er Jahren vom Land Niedersachsen den Feuerwehren
in den brandgefährdeten Regionen Norddeutschlands zur Verfügung
gestellt wurden (im Bild links ein MB 322 der Freiwilligen Feuerwehr Munster,
im Bild rechts ein MD 175 der Freiwilligen Feuerwehr Kreiensen).
Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz wurden in den siebziger Jahren
Grosstanklöschfahrzeuge (GTLF, ZB 6) beschafft, die auf Grund ihres
enormen Löschwasser-Vorrates von 5500 Litern (plus 500 Liter Schaummittelkonzentrat)
nicht selten bei Wald- und Flächenbränden zum Einsatz kamen (Bild
unten links).
Bild unten rechts: Das TLF 8 auf
Mercedes-Benz Unimog 1300 wurde lange Zeit für Löscheinsätze
ausserhalb befestigter Wege und somit auch für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung
eingesetzt. Die Fahrzeuge gehörten zunächst den Löschzügen
LZ-W und LZ-R des Katastrophenschutzes an, später wurden sie den Feuerwehren
als kommunale Einsatzfahrzeuge überlassen.

In der ehemaligen "Deutschen Demokratischen Republik" (DDR) wurden
Löschfahrzeuge für spezielle Waldbrand-Löscheinheiten der
Feuerwehren vorgehalten. Diese Fahrzeuge stehen auch heute noch den Feuerwehren
zur Verfügung und werden in sogenannte "Brandschutzeinheiten" integriert,
die vorrangig auch für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung
eingesetzt werden.
Im Bild links ein Tanklöschfahrzeug
(TLF 32/70) auf Tatra 148 der Freiwilligen Feuerwehr Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern.
Eingesetzt wird es als wirksames Löschfahrzeug für Grossbrände,
aber auch bei Wald- und Flächenbränden sowie als Löschwasserzubringer
(7000 Liter Löschwasser, 240 Liter Schaumkonzentrat, Aufbau Karosa,
Baujahr 1988).
Bild rechts: "Waldbrand-Löscheinheit"
der ehemaligen DDR (heute bei der Freiwilligen Feuerwehr Königs Wusterhausen)
- ein Mannschafts- und Gerätefahrzeug auf Robur LO 2002 mit Schlauchtransportanhänger
(LF 8-TSA-STA), ausgestattet für eine Löschgruppe (neun Mann).
Literaturhinweis:
Wolfgang Jendsch: "DDR-Know-how"
- Brandschutzeinheiten zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung ("BrandSchutz",
Ausgabe 08/2002, Seiten 674-682);
Wolfgang Jendsch: "DDR-Vergangenheit
- Brandschutzeinheiten zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung"
(BRAND - Die Feuerwehren der Welt", Ausgabe 2002).
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der Textbeiträge
Länderspezialisten!
Moderne Waldbrandlöschfahrzeuge
in Deutschland
Über den Begriff "modern" mag man sich in diesem
Zusammenhang streiten - er dient hier allerdings lediglich zur Unterscheidung
zwischen den älteren und jüngeren Generationen von Tanklöschfahrzeugen
für den Wald- und Flächenbrandeinsatz. Diese Fahrzeuge
wurden entweder über Beschaffungs- und Förderprogramme
einzelner Bundesländer den Feuerwehren zur Verfügung
gestellt ("genormte" Waldbrandlöschfahrzeuge: beispielsweise das TLF
8-W "Typ Niedersachsen", TLF 16/45-W "Typ Brandenburg", TLF-W "Typ Sachsen"),
oder sie wurden im Rahmen von technischen Eigeninitiativen der grossen
Fahrzeughersteller den Feuerwehren angeboten.


Zu den heute immer noch "modernen" Waldbrand-Tanklöschfahrzeugen
(TLF 8-W) gehören sicherlich die Mercedes-Benz-Unimog 1300, die im
Rahmen der hier bereits genannten Beschaffungsprogramme einzelner Bundesländer
den Feuerwehren zugeführt wurden. Im Bild linksein
TLF 8 der Freiwilligen Feuerwehr Bergen-Offen (Landkreis Celle/Niedersachsen)
mit 1800 Litern fassendem Löschwassertank, im mittleren
Bild ein TLF 16/45-W auf MB 2150 (Brandenburg) des Herstellers "Feuerwehrgeräte
Luckenwalde"/FGL mit 4500 Liter Löschwasser. Fahrzeuge dieser Art
auf MB 1124 wurden in den 90er Jahren vom Bundesland Brandenburg für
die Feuerwehren beschafft.
Das Bild rechts zeigt ein TLF 16/45-W
(Aufbau Metz, Baujahr 1993, 4500 Liter Löschwasser) der Freiwilligen
Feuerwehr Forst/Lausitz in Brandenburg.

Tatra-Feuerwehrfahrzeuge wurden nach der "Wende" von der ehemaligen
DDR beziehungsweise aus den Ostblockstaaten übernommen. Sie werden
von den Feuerwehren der "neuen" Bundesländer nach wie vor wegen ihrer
technischen Robustheit, ihrer unübertroffenen Geländegängigkeit
und wegen der umfangreichen Löschmittel-Beladung geschätzt.
Tatra-Tanklöschfahrzeuge werden häufig speziell für
Wald- und Flächenbrandeinsätze vorgehalten, so wie dieses GTLF
der Feuerwehr Schwedt/Brandenburg mit rund 17.500 Liter Löschwasser
(Bild
links) oder das GTLF/TLF 32 der Feuerwehr Königs Wusterhausen
mit 8000 Liter Löschwasser und 800 Liter Schaummittelkonzentrat (Bild
rechts).
Not macht erfinderisch!
Waldbrandlöschfahrzeuge
im "Eigenbau"
Einst wurden sie als Milchtransporter einer Molkerei,
als Tankwagen oder als Militärfahrzeug der ehemaligen Nationalen Volksarmee
(NVA) oder der russischen Armee eingesetzt - heute leisten sie beste Dienste
bei den Feuerwehren als Löschwasserzubringer oder bei Einsätzen
zur Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden. Zahlreiche
Feuerwehren in Deutschland und in Europa unterhalten ehemalige "Nicht-Feuerwehr"-Fahrzeuge
für ihren örtlichen oder regionalen Bedarf. Aus Kostengründen
wurden diese Fahrzeuge - oft in engagierter Eigenarbeit von Feuerwehrangehörigen
und einheimischen Handwerkern - zu Feuerwehrfahrzeugen umgebaut,
und oft reichte der Aufbau eines Löschwassertanks aus, um dann als
"Waldbrandlöschfahrzeug" Dienst zu tun.


Bild links: "The former Milk Truck"
- ein Mercedes-Benz 1624 (Baujahr 1981) als Löschwasserzubringer mit
12.000-Liter-Tank der Freiwilligen Feuerwehr Wörnitz/Bayern. Der ehemalige
Milchtransporter ist auch als Feuerwehrfahrzeug nicht mit einer Pumpe ausgerüstet,
so dass er als "Tanklöschfahrzeug" nur zusammen mit einem weiteren
Löschfahrzeug eingesetzt wird.
Das mittlere Bild zeigt ein ehemaliges
Militärfahrzeug der Nationalen Volksarmee (NVA) auf russischem Ural
375 D-Fahrgerstell (5000 Liter Wasser, FLP 500 l/min.), das - nach entsprechendem
Umbau - von der Freiwilligen Feuerwehr Spremberg in Brandenburg als Löschwasserzubringer
(weniger als "Trinkwasser"-Fahrzeug!) eingesetzt wird.
Im Bild rechts ein ebenfalls ein
umgebautes Militärfahrzeug der NVA auf russischem "Kamaz-4310"-Fahrgestell.
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Brüssow (Brandenburg) dient der Tanker
als Löschwasserzubringer für Gross- sowie für Wald- und
Flächenbrände.
Literaturhinweis
Wolfgang Jendsch: "Former Milk-transport
Truck adopted for Wildland Firefighting" - ("Wildfire Magazine", USA, Ausgabe
Mai/Juni 2002, Seite 29).


Grosstanklöschfahrzeug (GTLF) der
Freiwilligen Feuerwehr Ettlingen/Baden-Württemberg. Ehemalige Wasserwerfer
der Polizei (hier: Baujahr 1959, Aufbau Stadler)
wurden bei den Feuerwehren nicht selten
als wirksame Einheiten bei Grossbränden beziehungsweise zur Bekämpfung
von Vegetationsbränden eingesetzt (Bild
links).
Not macht erfinderisch! Bei kleineren Feuerwehren in den süd-
und osteuropäischen Staaten ist "Ideenreichtum" im Hinblick auf die
Beschaffungskosten
sowie im Hinblick auf die notwendige Vorhaltung von (Tank)Löschfahrzeugen
gefragt. Die kroatische Feuerwehr Muzilovcica hat ein ehemaliges "Güllefass"
als "Tanklöschanhänger" für Einsätze bei Wald- und
Flächenbränden hergerichtet. Immerhin stehen damit rund 5000
Liter Löschwasser zur Verfügung (mittleres
Bild).
Aber auch in Deutschland ist der Einsatz von "Güllewagen"
(landwirtschaftliche Anhänger zum Ausbringen von Jauche) in ländlichen
Gebieten durchaus üblich.
Die örtlichen Landwirte sind oftmals in die Alarm- und Ausrückeordnungen
(AAO) der kleinen Dorffeuerwehren eingebunden und sichern bei Bedarf
mit ihren Anhängern den Löschwasservorrat (Bild
rechts).
Andere Länder - andere
Typen!
Waldbrandlöschfahrzeuge
in den europäischen Staaten
Die Typen und technischen Ausführungen der
speziellen Waldbrandlöschfahrzeuge in den europäischen
Staaten - von Nord bis Süd - sind ausgesprochen vielfältig
und können deshalb hier nur beispielhaft wiedergegeben werden. Im
Wesentlichen und bis auf wenige Ausnahmen verfügen diese Fahrzeuge
über geländegängige Fahrgestelle, über
deutlich
höhere Löschwasserkapazitäten im Vergleich zu den
herkömmlichen Löschfahrzeugen der Feuerwehren sowie über
leistungsfähige
Löschwasserpumpen. Schon auf Grund der jeweiligen finanziellen
Situation in den einzelnen Ländern beziehungsweise bei den
einzelnen Feuerwehren und Brandschutzorganisationen (zum Beispiel Forstbehörden)
unterscheiden sich Waldbrandlöschfahrzeuge oft erheblich hinsichtlich
technischer und taktischer Leistungsfähigkeit sowie hinsichtlich ihres
Einsatzalters.
Die nachstehenden Bilder sind hier bewusst nur knapp
kommentiert.


Auf der "Interschutz" 2000 in Augsburg stellten verschiedene
Hersteller speziell konzipierte Waldbrandlöschfahrzeuge vor allem
für die Feuerwehren
der südeuropäischen Mittelmeerländer vor. So präsentierte
Iveco-Magirus im Rahmen des "EuroFire"-Programmes einen "Ranger FLF
4000 (Bild links)
sowie den "Scout FLF 1200" (Forst-Löschfahrzeuge, Iveco
Mezzi Speciali) auf Iveco-Fahrgestell 40.10 WM, ausgestattet mit 4600-
(Ranger) beziehungsweise 1200-Liter-Löschwassertank (mittleres
Bild).
Im Bild rechts ein Mercedes-Benz
Unimog 1550 L nach französischer Norm CCF 3000 für die Wald-
und Flächenbrandbekämpfung in Frankreich: Aufbau Desautel, Ziegler-Feuerlöschpumpe,
zwei Schnellangriffseinrichtungen.


Typisch bei französischen Waldbrandlöschfahrzeugen
sind die Schutzbügel an der Fahrerkabine (Bild
links) sowie abklappbare Schutzbügel,
die als Trittbretter für Einsatzkräfte genutzt werden
können (Bild rechts). Die Bilder zeigen
Waldbrandlöschfahrzeuge der französischen
Feuerwehr Cap Ferret, auf der Halbinsel zwischen dem Atlantik
und dem Bassin d'Arcachon gelegen.
Im Bild rechts ein Waldbrandlöschfahrzeug
des "Service Departemental des Sapeurs-Forestiers" (Forstbehörde)
auf der Insel Korsika (MB U 1550 L, Desautel).



Im Bild 1 (v.l.) ein Waldbrand-Löschfahrzeug
der Firma Rosenbauer (Österreich) auf MB-Unimog, das sowohl in europäische
Staaten als auch weltweit importiert wird.
Das Bild 2 zeigt ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug
der Berufsfeuerwehr Nitra (Slowakei) auf Tatra 148,
im Bild 3 ein geländegängiges
Fahrzeug für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung (Freiwilllige
Feuerwehr Turzovka, Slowakei),
das Bild 4 zeigt einen geländegängigen
Schlauchwagen (STAR) mit Grosspumpe, der im Raum Opole/Polen zur Waldbrandbekämpfung
eingesetzt wird.



Bild 1: Kroatisches Waldbrand-Tanklöschfahrzeug
(3000 Liter) der Freiwilligen Feuerwehr Lekenik auf TAM/Magirus.
Bild 2: Tanklöschfahrzeug der
Freiwilligen Feuerwehr Bistrica aus dem ehemaligen Jugoslawien (MB 1213,
Aufbau Vatrospem, 6500 Liter Löschwasser).
Bild 3: Waldbrand-Tanklöschfahrzeug
(Sisu) aus Finnland mit 15.000-Liter-Tank.
Bild 4: Löschwasser-Zubringer
für die Waldbrandbekämpfung aus Polen, International-Zugmaschine.


Im Bild links ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug
der Feuerwehr des "Instituto para la Conservation de la Naturaleza" (ICONA)
auf der Insel Gomera.
Der Pegaso 1223 mit Fimesa-Aufbau verfügt über 9500
Liter Löschwasser.
Auf der Insel Karpathos/Griechenland ist dieses Waldbrand-Löschfahrzeug
der Griechischen Nationalen Forstbehörde stationiert (mittleres
Bild).
Der Löschwassertank des Fahrzeuges fasst 12.000 Liter.
Tatra-Grosstanklöschfahrzeuge stehen auch in Polen für
die Bekämpfung von Vegetationsbränden zur Verfügung. Im
Bild
rechts ein T 815 der Berufsfeuerwehr Warschau.


Die "Campagnola" von Fiat (Bild
links) hat sich über Jahrzehnte hinweg
in den steilen Regionen Italiens und Südtirols als "Bergland-Löschfahrzeug"
bei Vegetationsbränden bewährt.
Zusammen mit einem Tank- oder Tragkraftspritzenanhänger bot es einer
Einsatzmannschaft
die Möglichkeit schnellen und wirksamen
Eingreifens. Im Bild ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Labers bei
Meran in Südtirol/Italien.
Tankanhänger sind bei südtiroler
Feuerwehren gar nicht so selten, insbesondere wenn ihr Einsatzgebiet abseits
der mit Löschwasserversorgung
erschlossenen Bereiche liegt. Hier ein
Tankanhänger (Lavina/Burgstall) mit 1000 Litern Fassungsvermögen
und einer Hochdruckspritze (mittleres Bild)
sowie ein ein Tankanhänger (Sorarni/Lana)
mit 1500 Litern Fassungsvermögen
(Bild
rechts).


Bild links:
Löschfahrzeug mit langer Geschichte: Zuerst war dieses TLF 8 in einem
"Löschzug-Wasserversorgung" (LZ-W)
des deutschen Katastrophenschutz integriert,
dann übernahm die Freiwillige Feuerwehr Mengen das Fahrzeug - und
übergab es später
an die Freiwillige Feuerwehr Lekenik-Letovanic
in Kroatien. Dort steht es heute hauptsächlich zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung
zur Verfügung.
Mittleres Bild:
Bei kleineren Feuerwehren in Österreich - hier die Freiwillige Feuerwehr
Emmersdorf bei Klagenfurt -
gilt der "Pinzgauer" von Steyr-Puch als
das wohl geländetauglichste Lösch- und Gerätefahrzeug und
ist damit bestens geeignet
für den Einsatz bei Wald- und Flächenbränden
in unzugänglichem Gelände.
Bild rechts:
Die Ortsfeuerwehr Nofels bei Feldkirch in Österreich nutzt ihr normales
Löschfahrzeug (LF 8) zusammen mit einem
Spezialcontainer-Anhänger mit Waldbrandausrüstung
(Pongratz) für entsprechende Einsätze bei Wald- und Flächenbränden.
Literaturhinweis:
Wolfgang Jendsch: "Der Tatra bei
der Feuerwehr" (BRAND - Die Feuerwehren der Welt", Ausgabe 2003)
Luftunterstützung!
Hubschrauber und Flugzeuge für
den Löscheinsatz in Europa
Um es vorweg zu sagen: Eine so umfangreiche und zugleich
leistungsfähige Luftflotte an Löschflugzeugen und Hubschraubern
zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung wie in den Vereinigten Staaten
von Amerika (USA) und in Kanada gibt es in Europa nicht. Lediglich einige
südeuropäische Staaten verfügen über Löschflugzeuge,
zum Beispiel Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Kroatien.
Eingesetzt wurden beziehungsweise werden dort in der Regel "Airtanker"
vom Typ "Canadair CL-215" und "CL-415". Diese Flugzeuge verfügen
über ein Vier-Kammern-Löschwassersystem (mehr als 6000
Liter) und können während des Gleitens über offenen
Gewässern (Skimming) ihre Tanks auffüllen.
Die meisten anderen europäischen Länder verfügen
lediglich über Hubschrauber, die für Löscheinsätze
während der Waldbrandsaison entweder vorgehalten beziehungsweise vorsorglich
stationiert werden (hauptsächlich in den Mittelmeerländern) oder
die unterstützend bei einzelnen Vegetationsbränden tätig
werden. Während die stationierten Hubschrauber von auf Löscheinsätze
spezialisierten Fluggesellschaften gechartert werden, kommen ansonsten
in der Regel Maschinen der Rettungsorganisationen, der Polizei oder
des Militärs zum Einsatz.
In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich
sind beispielsweise die modernen Rettungshubschrauber (ADAC,
ÖAMTC, DRF, Rega) und die Hubschrauber der Polizei in
der Lage, Wald- und Flächenbrandeinsätze mit angehängten
Löschwasserbehältern
(Aussenlast-Löschbehälter, "Bambi-Buckets") zu fliegen.
Für Einsätze mit grösseren
Löschwasserbehältern
(900 Liter, 2000 Liter, 5000 Liter) kommen in der Regel Maschinen
des Bundesgrenzschutzes oder der Bundeswehr zum Einsatz (zum Beispiel:
Bell UH 1D, CA 53, Puma).
Nachstehend nur wenige Beispiele von Luftfahrzeugen,
die in den einzelnen europäischen Staaten für die Bekämpfung
von Wald- und Flächenbränden eingesetzt werden.


Löschflugzeug "Canadair CL-215", ehemaliges Jugoslawien
(Bild
links).
Eine Besonderheit: In Niedersachsen wurden während der Waldbrand-Saison
im Rahmen eines "Feuerwehr-Flugdienstes" kleinere Flächenflugzeuge
(zum Beispiel "Piper") zur Überwachung von Wald- und Heideflächen
eingesetzt. Das mittlere Bild zeigt eine der
Maschinen auf der "Interschutz" in Hannover.
Heute stehen in einigen Bundesländern Flugstaffeln bereit,
die auf freiwilliger Basis Überwachungsaufgaben wahrnehmen.
Im Bild rechts ein zur Waldbrandbekämpfung
eingesetztes polnisches Landwirtschaftsflugzeug vom Typ "Dromader".



Bild 1 (v.l.): Bergrettungs-Hubschrauber
der "Aiut Alpin Dolomites" aus Südtirol/Italien.
Die Maschine (Ecureuil AS 350 B-3) steht im Bereich der Seiser
Alm auch für Löscheinsätze zur Verfügung.
Bild 2: Einsatz eines Rettungshubschraubers
vom Typ "Jet Ranger" (Bell 206) des österreichischen Innenministeriums
bei einem Waldbrand.
Die Maschine ist mit einem Aussenlast-Löschbehälter
ausgesrüstet.
Bild 3: Die besonders für höhere
Gebirgsregionen geeigneten "Alouette III"-Hubschrauber der Schweizerischen
Rettungsflugwacht" (Rega) stehen -
wie alle anderen Rega-Hubschrauber - auch für Einsätze
bei Vegetationsbränden zur Verfügung.
Bild 4: Polnischer Löschhubschrauber
bei der Wasseraufnahme mit flexiblen Löschwasserbehälter in offenem
Gewässer.


Bild links:
Hubschrauber
"Krystof 1" (Bell 412 HP) der tschechischen Polizei.
Die Polizeimaschinen werden im Notfall sowohl als Rettungshubschrauber
als auch als Waldbrand-Löschhubschrauber eingesetzt.
Gleiches gilt für die deutschen Polizeihubschrauber. Im
Bild
rechts eine moderne Maschine der sächsischen Polizei
mit einem flexiblen Löschwasserbehälter ("Bambi-Bucket").
Bild rechts:
Ein von der Forstbehörde gecharterter Löschhubschrauber
auf Korsika (Ecureuil AS 350 B) mit Fixtank (Simplex Fire Attack).

Rettungshubschrauber vom Typ BK 117 der Deutschen Rettungsflugwacht
(DRF; Bild links) und des ADAC (Bild
rechts).
Für Löscheinsätze mit Aussenlast-Behältern
("Bambi-Buckets", 900-Liter-Behälter) sind diese Hubschrauber geeignet.

Auch Hubschrauber vom Typ "Bell UH 1D" des deutschen Bundesgrenzschutzes
(Bild
links) und der Bundeswehr (Bild rechts)
sind als "Löschhubschrauber" bei Wald- und Flächenbränden
immer mal wieder im Einsatz.



Löschwasser-Aussenlastbehälter für den Hubschraubereinsatz
in unterschiedlichen Ausführungen:
Vom Bundesland Niedersachsen wurden feste Grossbehälter
mit einem Fassungsvermögen von 5000 Litern beschafft (Bilder
links und rechts).
Sie können vom Hubschrauber aus während des Fluges
über ein spezielles Druckluftsystem entleert werden (mittleres
Bild).
Eingesetzt werden können diese schweren Behälter allerdings
nur von bestimmten Grosshubschraubern des Bundesgrenzschutzes
und der Bundeswehr (zum Beispiel CA 53, Super-Puma).
Kleinere Aussenlastbehälter für den Einsatz bei Wald-
und Flächenbränden stehen beispielsweise in Bayern (Bild
rechts) zur Verfügung.




Bild links: Österreichischer
Aussenlastbehälter für den Hubschraubereinsatz (siehe auch Bild
2 in der zweiten Reihe von oben).
Bild 2 von links:
Flexibles Löschwasserbecken, das zur Befüllung von "Bambi-Buckets"
(Faltbehältern) und kleinen Aussenlastbehältern dient.
Bilder 3 und 4: Der "Regenschirm-artig"
zusammengeklappte "Bambi-Bucket" (flexibler Aussenlastbehälter für
Hubschrauber) öffnet sich
während der Befüllung mit Löschwasser. Er wird
hauptsächlich unter kleineren Hubschraubern eingesetzt.
Bild rechts:
Waldbrand-Aussenlastbehälter
(Typ SEMAT F 3000) mit elektro-pneumatischer Abwurf-Steuerung und Sprühabwurf.


Bild links: Der Landesfeuerwehrverband
Oberösterreich verfügt über einen Anhänger mit Waldbrand-Löschausrüstung.
Das Fahrzeug ist in Wels stationiert.
Mittleres Bild: Löschwasser-Rucksack
für die Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden einer
kroatischen Waldbrand-Löscheinheit.
Bild rechts: Die "Feuerpatsche"
ist noch immer Standardgerät für die Bekämpfung von Flächenbränden.
Literaturhinweis:
Wolfgang Jendsch: "Hilfe aus der
Luft - Helikopter bei Rettung und Feuerwehr" (BRAND - Die Feuerwehren der
Welt, Ausgabe 1999);
Wolfgang Jendsch: "Helitack - Hubschrauber
im Waldbrandeinsatz" (BRAND - Die Feuerwehren der Welt, Ausgabe 2001).
Zur ergänzenden Information:
Wichtige aktuelle Information:
Das
Aus für die Grossen Airtanker in den USA
Der US-Forest Service (USDA) und
die DOI-Waldbrandorganisationen kündigen Verträge zum Einsatz
Grosser Airtanker (Löschflugzeuge Type I-III)
Einige kritische Kommentare von Wolfgang Jendsch zum Thema
"Wald- und Flächenbrandbekämpfung":
Amerika
brennt! - Zur Berichterstattung der Medien über
die Waldbrandsaison in den USA
Hobby-Löscher!-
Private Aktivitäten von Feuerwehrangehörigen in Sachen "Waldbrände
löschen"
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