Waldbrandbekämpfung Wildland Firefighting

FirePublications/Feuerwehrpresse Wolfgang Jendsch
Brandschutz/Rettungsdienst
 

Wald- und Flächenbrandbekämpfung in den USA - Wildland Firefighting
Airtanker, Helikopter und Waldbrand-Löschfahrzeuge
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Reisen in die Weststaaten der USA Informationen und Dank

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Begegnungen mit Freunden:
Erinnerungen, Einsätze und Bilder

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Fachveröffentlichungen zum Thema "Wildland Firefighting" in den USA

Sonderseiten "Waldbrand"
Wald- u. Flächenbrandbekämpfung Deutschland und Europa



Aktuelle Waldbrandsituation in den Weststaaten der USA
Die Fachagentur für Brandschutz und Rettungsdienst Wolfgang Jendsch hält im Rahmen ihrer Schwerpunktthematik "Wildland Firefighting" (Wald- und Flächenbrandbekämpfung) während der jährlichen Waldbrand-Saison ständig Kontakt zu US-amerikanischen Forst- und Waldbrandorganisationen, Feuerwehren und Waldbrand-Spezialisten, um hinsichtlich der aktuellen Waldbrand-Situation in den Weststaaten der USA aktuelle Informationen und Daten zu erhalten.
Wir stellen in diesem Zusammenhang eine Auflistung aller "Forest- und Wildfires" (Wald- und Flächenbrände) in den USA ab einer Grösse von 1000 Acres zur Verfügung.

Blaulicht
Bilder, Bilder, Bilder ...!
Die folgenden Fotos sind wahrscheinlich interessant für Technik-, Flugzeug- und Fahrzeugfreaks?!
Ich zeige hier eine sehr kleine Auswahl von rund 10.000 Bildern mit Luftfahrzeugen und Löschfahrzeugen der amerikanischen Waldbrand-Organisationen. Alle diese Fahrzeuge sah ich während meiner Reisen durch die US-Weststaaten - und jedes Mal war ich wieder begeistert von der speziellen Technik und von den Möglichkeiten, diese Technik bei Waldbrandeinsätzen zu nutzen. Und oftmals hatte ich die Gelegenheit, mit unterschiedlichen Führungsfahrzeugen, Löschfahrzeugen, Wasser-Zubringern, Hubschraubern und Flugzeugen in die Einsatzgebiete fahren oder fliegen zu dürfen.
Ich werde niemals das grossartige Gefühl während dieser Einsatzfahrten vergessen, aber ich werde auch niemals vergessen, dass Feuerwehrangehörige, Air-Commander, Hotshots, Smokejumper oder Piloten eine grossartige Aufgabe erfüllen. Danke schön für alles!
 

Blaulicht
Die amerikanische Wildland Fire Air Attack
Leitflugzeuge und Löschflugzeuge
Unterschiedliche Versionen der US Wildland Fire Air Attack - Leitflugzeuge (Lead Planes), Kommandoflugzeuge (Tactical Command Planes) oder Löschflugzeuge (Airtanker, Helitanker, Crew-Helikopter) - werden im Rahmen der Wald- und Flächenbrandbekämpfung (Wildland Fire Fighting) eingesetzt zur Luft-Unterstützung der bodengebundenen Löscheinheiten wie Handcrews und Strike Teams.


Bild 1: Leadplane "Rockwell OV-10 Bronco", California Division of Forestry and Fire Protection (CDF), Fresno Air Attack Base (CDF, USFS), Kalifornien. "Broncos" werden beim CDF und beim BLM vorrangig als Leitflugzeuge eingesetzt.
Bild 2: Leadplane "Beechcraft 58P Baron" des US Forest Service (USFS/USDA); National Interagency Fire Center (NIFC), Fire- and Smokejumper Airbase Boise/Idaho.
Bild 3: Kommandoflugzeug (Command Plane, Air Command), "Aero Commander 500B", Kern County Fire Department, Kalifornien. Ich erinnere mich an einen Flug mit diesem zweimotorigen Hochdecker und mit Air Attack Supervisor Fred Roach über dem "Democrate Fire"  - dieser Flug - stundenlang immer nur im Kreis - war sicher nicht besonders angenehm für den Magen, aber es war ausgesprochen interessant, aus der Luft die Einsatzmassnahmen am Boden und in der Luft zugleich zu beobachten.

Die US Waldbrand-Organisationen setzen unterschiedliche organisationseigene (USFS, CDF) oder beauftragte Airtanker der ICS-Types 1 bis 3 ein (Type 4: einmotorige Landwirtschafts-Tanker). Verschiedene Charterfirmen (Contractors) - zum Beispiel Neptune Inc., Aero Union Corporation, Hawkins & Powers, TBM Inc., T & G Aviation Inc. - stellen die Löschflugzeuge während der offiziellen Brandsaison (Fire Season) auf speziellen Fire Air Bases bereit.

Air Tanker Klassifizierung:
ICS-Type I: 3000+ gal (11.355 Liter) Retardant (Il-76, Martin Mars, KC-97, C-130, C-130 MAFFS, P3, DC-7)
ICS-Type II: 1800-2999 gal (6800-11.355 Liter) Retardant (DC-6, P2V, SP2H, PB4Y2, DC-4/C54, DC-4 Super)
ICS-Type III: 600-1799 gal (2270-6800 Liter) Retardant (B-26, Albatross, Super PBY, CL215, CL415, AT802, S2, A26, Twin Otter)
ICS-Type IV: 100-599 gal (380-2270 Liter) Retardant (Turbine Trush, Ag Cat, Dromedar, Beaver)
*ICS: Incident Command System, ein in den gesamten USA in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung angewandtes taktisches und technisches Kommando- und Organisationssystem.
 

Blaulicht
10. Mai 2004: Das Aus für die Grossen Airtanker in den USA -
Der US-Forest Service (USDA) und die DOI-Waldbrandorganisationen (BLM, FWS, NPS, BIA, OAS)
kündigen Verträge zum Einsatz Grosser Airtanker (Löschflugzeuge Type I-III)

Der US-Forest Service (USDA) und das US-Innenministerium teilten am 10. Mai 2004 offiziell mit, dass die Verträge für 33 "Large Airtankers" (Löschflugzeuge Type I-III; siehe nachstehende Bilder) im Hinblick auf die unkalkulierbaren technischen Zustände der Maschinen und im Hinblick auf die öffentliche Sicherheit gekündigt werden. Die grossen "Fixed-Wing Airtankers" (Flächen-Löschflugzeuge) wurden in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung der USA bisher hauptsächlich für den Erstangriff sowie für den Schutz von Gebäuden und bewohnten Gebieten eingesetzt.
Diese Entscheidung des US-Forest Service (USDA) resultiert aus Feststellungen und Empfehlungen eines Untersuchungsberichtes des "National Transportation and Safety Board" (NTSB) vom 23. April 2004 zu drei vorausgehenden Airtanker-Unfällen (siehe Nachrufe). Eine der kritischen NTSB-Feststellungen besagt: "... es ist offensichtlich, dass derzeit keine effektive Technik zur Verfügung steht, die eine künftige Flugfähigkeit dieser Löschflugzeuge sicherstellt". Das NTSB stellte in seinem Bericht zudem abschliessend fest, dass der US-Forest Service und das "Department of the Interior" (DOI; US-Innenministerium) verantwortlich seien für die Aufrechterhaltung der Sicherheit von Löschflugzeugen. Die insgesamt 33 Airtanker (Löschflugzeuge) in den USA werden während der jährlichen Waldbrand-Saison von privaten Firmen (Contractors) aufgrund von Verträgen mit den staatlichen Waldbrand-Organisationen eingesetzt.
Da die meisten der Grossen Airtanker (Löschflugzeuge Type I-III) für den militärischen Einsatz entwickelt und verwendet wurden, bevor sie von privaten Vertragsfirmen beschafft wurden, stellte das NTSB zudem fest, dass für die wenigsten Maschinen eine lückenlose technische Wartung und Inspektion nachgewiesen werden konnte. Dieser mangelhafte Nachweis mache es künftig unmöglich, ausreichende technische Flugsicherheit zu garantieren, so das NTSB. Das Alter der grossen Airtanker (Löschflugzeuge) liege bei 48 bis 60 Jahre.
"Sicherheit ist das höchste Gut der Brandschutz-Gemeinschaft und daher für uns unverzichtbar", so der Chef des US-Forest Service, Dale Bosworth (USFS National Headquarter): "Eine Fortsetzung der Nutzungsverträge für diese Grossen Airtanker, für die keine technische Möglichkeit mehr zur Sicherstellung der Flugsicherheit existiert, stellt ein nicht akzeptables Risiko dar für die Luftfahrt-Verantwortlichen, die Einsatzkräfte am Boden sowie für die Kommunen, die wir zu schützen haben". "Wir nehmen die Untersuchungen und Empfehlungen des NTSB sehr ernst", so Kathleen Clarke, Direktor des "Bureau of Landmanagement" (BLM), eine der grossen staatlichen Waldbrandorganisationen in den USA. Clarke weiter: "Chief Bosworth und ich bemühen uns, in Kooperation und Abstimmung mit den anderen staatlichen Organisationen sowie mit unseren staatlichen Partnern, dem Kongress, der Industrie und der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass diese Entscheidung notwendig wurde, um weiterhin Sicherheit, ein effektives Fire-Management und einen effektiven Brandschutz sicherstellen zu können". Der Einsatz Grosser Airtanker (Löschflugzeuge) sei zudem nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die Einsatzkräfte nutzen können. Wald- und Flächenbrände würden jedoch in der Regel vom Boden aus organisiert und bekämpft, nicht aus der Luft. Im Laufe eines Jahres würden jedoch tausende von Wald- und Flächenbränden im Ersteinsatz gelöscht - ohne Luftunterstützung!
Die Brandschutz-Organisationen entwickeln nunmehr eine Strategie für die Waldbrand-Saison 2004, nach der die bodengebundenen Einheiten (Hotshot Crews, Engine Fire Crews) durch den koordinierten Einsatz anderer zur Verfügung stehender Luftfahrzeuge ergänzt werden sollen -, so beispielsweise durch grosse Helikopter und Helitanker (Löschhubschrauber Type I-III; siehe nachstehende Bilder), durch einmotorige "Single Engine Airtankers" (SEATS) und durch die mit dem "Modular Airborne Firefighting System" (MAFFS) ausgerüsteten acht C-130-Löschflugzeugen des Militärs (Nationalgarde, Air Force). Die Planung für ein Langzeit-Aviation-Management und die Beschaffung moderner Luftfahrzeuge in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln wird unter der Leitung des US-Forest Service (USDA) und der DOI-Organisationen (DOI/Department of the Interior: BLM, FWS, NPS, BIA, OAS) erfolgen.
"Damit ist klar, dass die Zeiten der Nutzung von älteren Luftfahrzeugen mit unklarer technischer Flugfähigkeit für Waldbrand-Einsätze vorbei sind", so Chief Dale Bosworth vom US-Forest Service (USDA). "Wir sind den Piloten, den Crews und den Betreibern dieser Luftfahrzeuge dankbar, dass sie sich über Jahrzehnte hinweg um den Einsatz von Airtankern zur Wald- und Flächenrandbekämpfung engagiert haben. Wir verfügen nicht zuletzt deshalb über das grossartigste Fire-Management und die besten Brandschutz-Programme der Welt, und wir werden auch weiterhin bemüht sein, menschliches Leben, Besitz und die natürlichen Ressourcen unserer Nation zu schützen".

  "Das Ende der Heavy Airtanker" - Entscheidung des U.S. Forest Service zur Stilllegung der Type-I/II-Airtanker
Zusammenfassender Fachbeitrag zur Stilllegung der amerikanischen "Heavy/Large Airtanker" (Grosse Löschflugzeuge Type I und II) im Mai 2004. Der Beitrag beschreibt die Gründe für die Entscheidung des U.S. Forest Service und der DOI-Organisationen, die anschliessende fachliche Diskussion sowie die weitergehende Entwicklung des "Aerial Firefighting" (Luftunterstützung bei der Wald- und Flächenbrandbekämpfung).
Weitere Informationen auf Anfrage: info@feuerwehrpresse.de
 


Bild 1: Airtanker 26 (Aero Union Corporation) Lockheed P3-A Orion, ein viermotoriges Type-I (ICS) Turboprop-Flugzeug auf der Redding Air Attack Base in Kalifornien. Der T 26 verfügt über 3000 gal Fire Retardant und arbeitet im Löscheinsatz mit acht Abwurfklappen. Die U.S. Navy hatte die P3's vorrangig zur Überwachung von Unterseebooten eingesetzt. Durch die Turbinenantriebe führen Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit zu einem ausgesprochen kurzen Startweg der P3's.
Bild 2: Airtanker 160 (Aero Flite) Douglas DC-4 Airliner, ein sehr populäres Type-II (ICS) Löschflugzeug, das mit 2000 gal Fire Retardant beladen werden kann und mit vier bis acht Abwurfklappen operiert. Die DC-4 ist ein wenig langsamer als die meisten anderen Airtanker, aber sie kann von Flughäfen mit kürzeren Startbahnen und geringeren Gewichtsvorschriften aus operieren. Das Flugzeug wurde vom Militär sowie von zivilen Fluggesellschaften beschafft. Der Airtanker 160 war auf der Reno Airbase in Nevada stationiert.
Bild 3: CDF-Airtanker 78, Grumman S-2F Tracker - ein Type-III (ICS) Tanker der Redding Air Attack Base, Kalifornien. Die S-2 wird in den Weststaaten der USA nur vom California Department of Forestry and Fire Protection (CDF) eingesetzt. Der kleine Airtanker, der über einen 800 gal Retardant-Tank verfügt und mit vier Abwurfklappen ausgestattet ist, operiert üblicherweise ohne Leadplanes, jedoch unter der taktischen Führung eines Air Tactical Supervisors (Luft-Einsatzleiter).
 

Blaulicht
Air Attack:
Helitanker, Helitack- und sonstige Lösch-Helikopter
Neben Airtanker (Löschflugzeugen) setzen die US Waldbrand-Organisationen und Feuerwehren Hubschrauber für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung ein. Helikopter stehen dabei zur Verfügung zum Abwurf von Löschwasser aus fest angebauten Tanks (Helitanker) und flexiblen Abwurfbehältern (Buckets; Lösch-Helikopter), zum Absetzen von Löscheinheiten (Helitack, Rappeling) sowie zum Transport von Einsatzkräften, Gerät und Material. Helikopter werden von den festen Fire Air Attack Bases (Feuerwehr-Flughäfen) oder von behelfsmässig und zeitlich befristet in den jeweiligen Einsatzgebieten angelegten Helispots eingesetzt.

Helikopter Klassifizierung:
ICS-Type I: 700 gal (2650 Liter) Löschwasser, 16 Sitze einschliesslich der des Piloten, zulässiges Gesamtgewicht 5000 lbs.
(z.B.: Boeing-234, S-64, AS-332, Vertol-107)
ICS-Type II: 300 gal (1135 Liter) Löschwasser, 10 Sitze einschliesslich der des Piloten, zulässiges Gesamtgewicht 2500 lbs.
(z.B.: Bell-212, Bell-205, BK-117, S-58)
ICS-Type III: 100 gal (380 Liter) Löschwasser, 5 Sitze einschliesslich der des Piloten, zulässiges Gesamtgewicht 1200 lbs.
(z.B.: Bell-206B-III, Lama, MD-500, AS-355)
ICS-Type IV: 75 gal (280 Liter) Löschwasser, 3 Sitze einschliesslich der des Piloten, zulässiges Gesamtgewicht 600 lbs.
(z.B.: Bell-47, Hiller-12E)
*ICS: Incident Command System, ein in den gesamten USA in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung angewandtes taktisches und technisches Kommando- und Organisationssystem.


Bild 1: Helitanker Bell 412, ein mit zwei Turbinen ausgestatteter Type-II (ICS) Helikopter des Los Angeles County Fire Department (LACFD), Kalifornien. Der Hubschrauber hat vier Hauptrotorblätter, im Vergleich zu den zwei Rotorblättern der Bell 212. Helitanker sind mit einem ausserhalb an der Maschinen-Unterseite befestigten 360 gal (1360 Liter) fassenden Löschwassertank ausgestattet. Diese Fixtanks können entweder über einen Löschwasser-Hydranten oder über ein Löschfahrzeug (Engine, Water Tender) aufgefüllt werden. Die Bell 412 kann auch für spezielle Rappeling-Einsätze (Helitack) oder für den Crew- und Materialtransport genutzt werden.
Bild 2: Aerospetiale AS-355F-1 Twinstar, ein Type-III (ICS) Feuerwehr-Helikopter des Sequioa National Park Service, Kalifornien.
Bild 3: Lösch-Helikopter der Nevada Devision of Forestry (NDF) von der Minden Air Attack Base, Nevada. Die Type-II (ICS) Bell 205 A-1 wird üblicherweise für Einsätze mit flexiblen Löschwasser-Behältern (Buckets) eingesetzt, aber auch für den Transport von Löschkräften und Material. Der Hubschrauber ist mit einem 1300 PS starken Antrieb versehen und biete Platz für 14 Firefighter.
 

Neben Löschflugzeugen (Airtanker) und Lösch-Hubschraubern verfügt die amerikanische Fire Air Attack über spezielle Flugzeuge und Helikopter wie beispielsweise über Wasserflugzeuge, die aus offenen Gewässern ihre Tanks auffüllen können, über Smokejumper- und Materialflugzeuge oder über medizinische Rettungshubschrauber. Nachstehend drei Beispiele für diese speziellen Luftfahrzeuge.


Bild 1: Neben den bekannten Canadair CL-215 und CL-415 Wasserflugzeugen zeigt dieses Bild eine modifizierte PBY-5A CANSO (Buffalo Airways). Es handelt sich um ein ex-Militärflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, ehemals eingesetzt für Langstrecken-Kontrollflüge entlang der US-Küsten. In den 60er Jahren wurde die Maschine zum "Wasserbomber" umgebaut - lediglich drei Airtanker dieses Typs, die ihre Löschwassertanks während des Fluges beziehungsweise durch Gleiten auf einem Gewässer auffüllen können, werden derzeit noch zum Löschen von Waldbränden eingesetzt. Das Flugzeug setzt zum Auffüllen der Löschwassertanks kurzfristig auf einem Gewässer auf, so dass das Wasser in die geöffneten Tanks strömen kann. Nach dem selbstständigen Füllvorgang kann das Flugzeug sofort wieder zu einer Löschoperation starten, ohne zwischenzeitlich landen zu müssen. Dieser Airtanker ist auf einem County Airport nahe Deer Park, Spokane County/Washington, stationiert.
Bild 2: Sehr bekanntes und häufig genutztes Smokejumper-Flugzeug (Jump Plane) des US Forest Service, Missoula Smokejumper Base, Montana. Die C 23-Sherpa (Shorts SD 330) kann 10 bis 20 Smokejumper mit ihrer kompletten Ausrüstung transportieren. Flugzeuge dieses Typs werden beim US Forest Service (USFS/USDA) und beim Bureau of Landmanagement (BLM) eingesetzt.
Bild 3: Während grösserer Brandeinsätze stehen spezielle Rettungshubschrauber (Air Ambulances) an den Einsatzstellen zur Verfügung. Hier ein BK-117 Helikopter (N378LF).
 

Blaulicht
Waldbrand-Löschfahrzeuge

Waldbrand-Löschfahrzeuge des Bureau of Landmanagement (BLM)
Das Bureau of Landmanagement (BLM) - U.S. Department of the Interior (US-Innenministerium) - ist die grösste staatliche Waldbrand-Organisation in den USA. BLM versorgt rund 265 Millionen Acres öffentlichen Landes und bietet zudem Brandschutz für weitere 388 Million Acres. BLM ist die führende Organisation (Agency) des National Interagency Fire Center (NIFC).


Bild 1: Chevrolet 3500 Brush Truck (ICS Type-VI) des BLM District Rock Springs, Wyoming: Wildland-Modell 663S (NIFC), 200 gal (756 Liter) Löschwasser, Pacific BB4 Feuerlöschpumpe, Robwen Flow-Mix 500B Schaum-System.
Bild 2: Type-V (ICS) Waldbrand-Löschfahrzeug auf International-Fahrgestell, BLM District Grant Junction, Colorado Upper Colorado River Interagency Fire Management (USFS, BLM).
Bild 3: Das Bureau of Landmanagement (BLM) District Office in Winnemucca/Nevada verfügt über zwei von nur wenigen Mercedes-Benz Unimog-Löschfahrzeugen in den USA. Diese kleine Type-VI-Engine (Nr. 2962) wurde 1996 von NIFC konstruiert und verfügt über einen 400 gal (1510 Liter) Löschwassertank, drei gal Class-A Schaum und einer 120 gpm (ca. 480 l/min.) Feuerlöschpumpe. Das Räumschild wird zum Anlegen von Brandschneisen (Fire Lines) genutzt. Die andere Unimog-Engine (Nr. 2931) ist ein Mercedes-Benz Unimog 2450 (Baujahr 1993) mit 950 gal (3600 Liter) Löschwasser und einer 350 gpm (ca. 1325 l/min.) Pumpe.
 

Waldbrand-Löschfahrzeuge des U.S. Forest Service (USFS/USDA)
Der U.S. Forest Service (USFS) - U.S. Department of Agriculture (USDA; US-Landwirtschaftsministerium) - ist die zweitgrösste staatliche Waldbrand-Organisation in den USA. Die Organisation ist zuständig für rund 190 Million Acres in Nationalforsten und Grasslands.


Bild 1: Type-VI Waldbrand-Löschfahrzeug (USFS-Modell 52) des Upper Colorado River Interagency Fire Management (USFS, BLM), Glenwood Springs, Colorado. Der 1997 gebaute Brush Truck verfügt über einen 290 gal (1100 Liter) Löschwassertank aus Fiberglas sowie über eine Wajax BB-4 Pumpe auf einer sogenannten "Slip-on Unit" (abnehmbarer Aufbau).
Bild 2: Waldbrand-Löschfahrzeug (ICS Type-5, USFS-Modell 71, Baujahr 1994) auf einem Navistar International 4900 Chassis mit 600 gal (2270 Liter) Löschwassertank, 10 gal Schaum (ca. 40 Liter), einer 200 gpm (ca. 760 l/min.) Hale CBP-4 Pumpe und einer "Power-take-off-Pumpe" (mobile Zusatzpumpe) vom Typ "Aqua Mac". Der Fahrzeugaufbau wurde von der Firma GTA Aviation Service Comp., Phoenix, gefertigt. Die Engine ist an der USFS Ranger Station in Silver City, New Mexico, stationiert.
Bild 3: USFS-Fahrzeug auf einem International-Chassis, ein spezielles Transportfahrzeug für Personal und Ausrüstung einer Helitack-Crew.
 

Löschfahrzeuge der staatlichen Waldbrand-Organisationen:
Zum Beispiel - California Department of Forest and Fire Protection (CDF)
Das CDF ist die grösste Waldbrand-Organisation (Agency) innerhalb eines US-Bundesstaates. Die Organisation ist zuständig für den Vorbeugenden und Abwehrenden Brandschutz für über 31 Millionen Acres kalifornischen privaten Landbesitzes. Zusätzlich bietet die Organisation unterschiedlichen Brandschutz-Service in 33 der 58 staatlichen Landkreise über Vereinbarungen mit örtlichen Verwaltungen an (zum Beispiel auch Brandschutz und Rettungsdienst für Wohngebiete; Structure Fire Service).
Andere staatliche Waldbrand-Organisationen (Federal State Fire Agencies) beispielsweise: Nevada Division of Forestry (NDF), Arizona Department of Forestry (ADF), New Mexico Forestry Division (NMFD), Colorado State Forest Service (CFS), Utah Department of Forestry and Fire, Wyoming Forestry Division (WFD), State of Idaho Forestry, Montana Forestry Division (MFD), Washington Department of Natural Resources (DNR), Oregon Department of Forestry (ODF).


Bild 1: Typisches CDF Type-III (ICS) Waldbrand-Löschfahrzeug der CDF Fire Station 30 in Paso Robles, Kaliforniaen. Der International/Masterbody ist mit einem 500 gal (1890 Liter) Löschwassertank und einer 500 gpm (1890 l/min.) Hale-Feuerlöschpumpe ausgestattet. Die Engine was wurde im Jahre 1992 gebaut.
Bild 2: Ford-Lkw mit "Heavy Attack Equipment" (Bulldozer) der Dobbins Fire Station, Yuba County, Kalifornien.
Bild 3: CDF-Mannschaftsfahrzeug (Crew Carrier) der Pine Grove Fire Crew, Kalifornien (California Youth Authority) auf International-Chassis. Mit Fahrzeugen dieser Art transportieren Waldbrand-Agencies ie mit Strafgefangenen besetzten Fire Crews von den Justizvollzugsanstalten in die Einsatzgebiete.


Bild 1: Brush Truck auf International Loadstar der Nevada Division of Forestry (NDF), South Washoe Fire Station, Nevada.
Bild 2: Type-V (ICS) Waldbrand-Löschfahrzeug auf International 5700 Chassis, Oregon Department of Forestry (ODF), Forest Grove/Oregon.
Bild 2: Patrouillen- und Löschfahrzeug vom Typ Hummer des National Park Service (NPS), Grover Beach, Kalifornien. Der NPS - U.S. Department of the Interior (US-Innenministerium) - verwaltet über 80 Million Acres Land in Nationalparks, US-staatlichen Monuments, historischen Einrichtungen, Naturreservaten und anderen US-staatlichen Gebieten.
 

Von den US-Bundestaaten zur Verfügung gestellte Waldbrand-Löschfahrzeuge
Die US-Bundesstaaten unterstützen örtliche Feuerwehren der brandgefährdeten Regionen mit speziellen Waldbrand-Löschfahrzeugen zusätzlich zu den dort vorhandenen Fahrzeugen der Fire Agencies. Nachstehend drei Beispiele solcher Fahrzeuge aus New Mexico, Washington und Utah.


Bild 1: Staatliches Waldbrand-Löschfahrzeug aus New Mexico, stationiert in Glenwood/New Mexico, Apache Sitgreaves National Forest.
Bild 2: Brush Truck des Washington State Department of Natural Resources (DNR), Spokane County Fire District 4. Der Ford F 350 mit einem 1996 vom DNR selbstentwickelten Aufbau verfügt über 200 gal (ca. 750 Liter) Löschwasser und 5 gal Schaumkonzentrat.
Bild 3: Ford F 350 Brush Truck des "Utah Department of Natural Resources and Forestry", Moab/Utah. Das 1996 gebaute Kleinlöschfahrzeug ist mit 300 gal (1130 Liter) Löschwasser, 5 gal Schaum und einer 250 gpm (ca. 950 l/min.) Hale-Pumpe ausgestattet.
 

Waldbrand-Löschfahrzeuge der Indianer-Reservate
Bureau of Indian Affairs (BIA)
Die meisten Städte und Dörfer in den US-Indianer-Reservaten haben ihre eigenen Feuerwehren, und die meisten von ihnen sind in das US Wildland Fire Fighting System integriert. Damit verfügen diese Indianer-Feuerwehren über eigene Brush Trucks (Waldbrand-Kleinlöschfahrzeuge) und Fire Engines (Waldbrand-Löschfahrzeuge), ihre eigenen Wildland Fire Fighting Crews (Löscheinheiten), manchmal auch über eigene Hotshots und Smokejumper. Die nachstehenden drei Bilder zeigen Beispiele von Löschfahrzeugen der Apache Indian Reservation (Arizona), der Hopi Indian Reservation (Arizona) und der Paiute Indian Reservation (Nevada). Überregionale Verwaltungsorganisation der Indianer-Reservate ist das Bureau of Indian Affairs (BIA). Die Organisation bietet den Wald- und Flächenbrandschutz für rund 60 Million Acres Indianerland in den Reservaten sowie für weiteres unbewohntes Land.


Bild 1: Waldbrand-Löschfahrzeug auf einem ehemaligen GMC-Militärchassis: White Mountain Apache Fire & Rescue (Fort Apache Indian Reservation), Whiteriver Fire Station, Arizona.
Bild 2: Patrol (Kontroll- und Löschfahrzeug) der Hopi Indian Reservation in Keams Canyon, Arizona - ein Chevrolet 3500 Brush Truck mit einer Slip-on Unit (Wajax-Pacific Pumpe, 200 gal (ca. 750 Liter) Löschwassertank; der Aufbau wurde durch NIFC entwickelt). Die E-88 ist ein staatliches Löschfahrzeug (Bureau of Indian Affairs/BIA).
Bild 3: GMC 7000 D Brush Truck (Baujahr 1983) der Paiute Indian Reservation, Clark County/Nevada. Das Waldbrand-Löschfahrzeug verfügt über 300 gal (ca. 1130 Liter) Löschwasser und eine 165 gpm (ca. 730 l/min.) Hale-Feuerlöschpumpe.
 

Waldbrand-Löschfahrzeuge der County- und City Fire Departments (Städte, Landkreise)
Neben der Brandschutz-Ausrüstung der staatlichen Waldbrand-Organisationen wie beispielsweise BLM, USFS, CDF oder NDF bieten die Feuerwehren in den Städten und Landkreisen (City- und County Fire Departments) - neben ihrer regulären Brandschutzausrüstung für Gebäude- und Rettungseinsätze - zahlreiche Waldbrand-Löschfahrzeuge, manchmal auch Hubschrauber (z.B.: Los Angeles County F.D., Los Angeles City F.D., Kern County F.D.).
Ich will nachstehend nur einige Beispiele dieser Fahrzeuge zeigen: zwei Waldbrand-Kleinlöschfahrzeuge (Brush Trucks) und vier Löschwasser-Zubringer beziehungsweise sogenannte "taktische Löschwasserfahrzeuge" (Water Tender; Tactical Engines). Mein Fotoarchiv beinhaltet jedoch einige hundert dieser Fahrzeuge aus allen westlichen US-Bundesstaaten.


Bild 1: Hummer Brush Truck aus dem Jahre 1996, mit einem 250 gal (946 Liter) Löschwassertank und einer 100 gpm (380 l/min.) Wajax-Pumpe. Der Hummer ist beim Boise Fire Department, Idaho, stationiert.
Bild 2: Ford F 350 Super-Duty Brush Truck (1997) des Spokane County Fire District 4, Washington. Das geländegängige Fahrzeug ist ausgestattet mit einer Slip-on Unit mit 400 gal (1510 Liter) Löschwassertank und mit 10 gal Schaumkonzentrat.
Bild 3: Das Victor Fire Department, Montana, besitzt diesen 1500 gal (ca. 5680 Liter) Water Tender auf einem International Loadstar 1800 Chassis mit Butler-Tankaufbau, jedoch ohne Feuerlöschpumpe. Das Fahrzeug wurde 1964 gebaut.


Bild 1: 5000 gal (18925 Liter) Kenworth Water Tender (1975) der Uinta County Fire Protection - Lyman Fire Department, Wyoming. Die Firefighter aus Lyman nennen ihren Tanker liebevoll "Big Bubba".
Bild 2: The "Big One": 12,000 gal (45.400 Liter) Water Tender mit Peterbilt W 900 Zugfahrzeug des Grant County Fire District, Moses Lake Fire Department, Washington. Der 1982 gebaute Löschwasser-Zubringer ist mit einer 2200 gpm (8.330 l/min.) Pumpe ausgerüstet.
Bild 3: Modernes taktisches Löschwasserfahrzeug (Tanker-Pumper; Aufbau STS, 1996) des Animas Fire District, Durango/Colorado. Der dreiachsige Freightliner wird sowohl für den regulären Brandschutz (Structure Fire Fighting) als auch für Waldbrandeinsätze (ildland Fire Fighting) eingesetzt. Das Fahrzeug transportiert 3000 gal (11.355 Liter) Wasser, 8 gal Schaumkonzentrat und ist mit einer 1250 gpm (4730 l/min.) Waterous-Feuerlöschpumpe ausgerüstet.
 

Waldbrand-Löschfahrzeuge kommerzieller Mietfirmen - U.S. Contractors
Verschiedene kommerzielle Unternehmen (Contractors, Fire Service Companies) bieten Löschfahrzeuge, Water Tender und anderweitiges Brandschutzgerät ergänzend zu den jeweils vorhandenen Ressourcen zur Miete an. Eines der grössten Unternehmen dieser Art ist North Tree Fire (NTF), mit verschiedenen Waldbrand-Feuerwachen in Kalifornien beheimatet.


Bild 1: Water Tender (International) der kommerziellen Firma "Lambert Fire Fighting Service", Stevensville/Montana.
Bild 2: Tactical Water Tender (Engine 294) auf einem Kenworth C 500 B Chassis (FTI, 1995) von "North Tree Fire" (NTF), Marysville, Kalifornien: 3600 gal (ca. 14.000 Liter) Löschwasser, 70 gal (265 Liter) Schaumkonzentrat, 750 gpm (2840 l/min.) Waterous-Feuerlöschpumpe,  transportabler Falttank mit 4000 gal (ca. 15.000 Liter) Fassungsvermögen.
Bild 3: Water Tender (Dodge 600) der kommerziellen Firma "Wildfire Water Tenders" (WWT), Corvalls/Montana.
 

Und zuletzt:
Spezielles (Wildand) Fire Equipment - gesehen auf meinen USA-Reisen!
Während meiner Reisen durch die westlichen US-Bundesstaaten habe ich natürlich nicht nur Waldbrand-Löschfahrzeuge oder -Gerät gesehen. Nebenher wurde ich natürlich auch auf andere sehr interessante Löschfahrzeuge, Flugzeuge und sonstiges Löschgerät aufmerksam. Dabei fanden sich die besonders interessanten Dinge nicht selten beim Militär, zum Beispiel die speziellen Löschfahrzeuge der US Air Force auf den verschiedenen Air Force Bases (AFB).
Herzlichen Dank allen Firemanagern und Freunden, die es mir ermöglicht haben, solche "geheimen" Anlagen besuchen zu dürfen.


Bild 1: International 5000 Water Tender (Tanker), stationiert auf der Indian Springs Air Force Base, Nevada. Dieses Fahrzeug steht sowohl für den regulären Brandschutz auf der Air Base als auch bei Flächenbränden im Bereich der grossen und trockenen Grasgebiete zur Verfügung.
Bild 2: Sikorsky CH-53E Super Stallion - der grösste Helikopter der U.S. Marines. Ich traf diesen Riesen auf einem kleinen Wüsten-Flugplatz in der Lake Isabella Region in Kalifornien. Der Hubschrauber war im Einsatz, um nach Marihuana-Anpflanzungen in der südlichen Sierra Nevada zu suchen. Ansonsten wird der Hubschrauber auch für den Transport von Einsatzkräften zu grossen Waldbränden genutzt, wenn dort Löschkräfte des Militärs im Einsatz sind. Die CH-53E kann 38 Personen oder 24 liegende Notfall-Patienten transportieren. Eine Drei GE T-64 Powerturbinen treiben den sieben-flügeligen Hauptrotor an.
Bild 3: In San Francisco bekam ich eine Einladung zum Besuch des US-Flugzeugträgers "USS New Orleans" (1965, ausgestattet mit Helikoptern und Harrier-Jets, 1550-köpfige Besatzung, beteiligt 1991 am Golfkrieg sowie an den Skylab-Missionen I und II). Besatzungsmitglieder des Schiffes zeigten mir unter anderem dieses Bord-Löschfahrzeug, speziell entwickelt für Flugzeugträger.
 
 


Weitere Informationen auf Anfrage
FirePublications/Feuerwehrpresse Wolfgang Jendsch - Brandschutz und Rettungsdienst
Wolfgang Jendsch, Fachredakteur/Autor
Mitglied "International Association of Wildland Fire" (IAWF), South Dakota/USA
Mitglied "International Organization of Fire Photography" (IOFP), Kalifornien/USA
Mitglied "California Fire Photographers Association" (CFPA), Kalifornien/USA
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